erfahren. erleben. genießen.

25 Jahre Radreiseleitung

beim ADFC Baden-Württemberg!

 

 

 

Was wären unsere Radreisen ohne unsere engagierten Tourguides?

Mit viel Enthusiasmus, Leidenschaft und Euphorie unterstützen uns unsere Tourguides mit Ihren langjähren Zielgebiets- und Radreiseleiterkenntnissen. Mit Witz, Charme und sportlichen Einflüssen leiten sie die Radreisegruppen und haben nicht selten eine große Gefolgschaft an langjährigen Fans hinter sich.

Wir wollen Ihnen im Laufe dieses Jahr einige unserer Reiseleiter vorstellen.

   

Karin Glück

  • Karin, was reizt Dich daran beim ADFC als Reiseleiterin aktiv zu sein?

Mein Slogan heißt: GLÜCKlich Radfahren in der Natur mit Kultur - weit weg vom Alltagsstress.Das mache ich mit viel Freude und Begeisterung fürs Radfahren und für den Radsport, aber auch um die Natur mit Kultur hautnah zu erleben. Dies möchte ich gerne mit Gleichgesinnten in den schönsten Urlaubsgebieten Europas auf ADFC-Reisen teilen.

  • Wie bist Du dazu gekommen als Reiseleiterin beim ADFC BW mitzuwirken?

Ich die Möglichkeit eine Veranstaltung der Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand e.V. zu besuchen, die mit Unterstützung vom Württembergischen Radsportverband e.V. Stuttgart zertifizierte Bike- und Tourenguides ausbilden - das hat mich gereizt. Da mein Lebenspartner und ich sehr viel mit unterschiedlichen Radgruppen unterwegs sind und diese auch leiten, wollte ich mein Wissen vertiefen und habe danach noch die Ausbildung zur staatlich anerkannten nebenberuflichen Trainerin C Breitensport Radsport mit DOSB-Lizenz abgelegt. Nach einer ADFC-Mitgliedschaft auf der CMT Stuttgart wurden die ersten Kontakte mit dem ADFC BW geknüpft. Bei einem Gespräch mit der Landesgeschäftsführerin wurde ich angesprochen als Radreiseleiterin tätig zu werden.

  • Was war Dein schönstes Erlebnis auf einer ADFC-Reise?

Nach einer grandiosen Woche im Trentino traf sich die komplette Gruppe (15 Pers.) in einer landestypischen Cafeteria zu einem Abschlussdrunk. Dies war völlig ungezwungen und spontan. Solche herzlichen Aktionen sowie positive Feedbacks bestärken mich immer wieder weiterhin engagiert mitzuwirken.

  • Was ist das Besondere an Deinen Reisen 2022?

Das Besondere an meinen Reisen ist, dass ich die gesunde Bewegung auf dem Fahrrad mit einer Portion Kultur kombiniere, wie z.B. mit der ADFC-Radreise ‘Zwischen Hallertau und Altmühltal‘, wo das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt liegt. Dort werden wir wohl das letzte Bauwerk des berühmten Künstlers Friedensreich Hundertwasser bei einer Brauereiführung besichtigen, wo Bier und Kunst in Einklang gebracht wurde.

Eine der schönsten Städte von Bayern in der Urlaubsregion Ammersee-Lech findet ihr auf der ADFC-Radreise ‘Bayerns Fünfseenland‘ mit Landsberg am Lech und seinem atemberaubenden Lechfall.

Auch kulinarische Highlights, wie auf der ADFC-Radreise ‘Bozen‘ mit einer Weinverkostung mit Marende bei einem Südtiroler Urgestein, der mit viel Humor Landesgeschichten erzählt, finden auf meinen Reisen 2022 einen Platz.

Ganz neu im Programm ist die ADFC-Radreise ‘Pfälzer Rad- und Weingenuss‘ mit einer Weinprobe bei der Pfälzer Weinprinzessin im Wein- und Luftkurort St. Martin im zweitgrößten Weinanbaugebiet Deutschlands.

  • Was sind Deine ADFC-Radreise-Pläne für die Zukunft - was möchtest Du den Reisenden unbedingt noch zeigen?

Die Kulturstadt Vicenca mit seinen historischen Gebäuden in der Region Venetien im Nordosten Italiens sollten alle Radreisen auf jeden Fall einmal gesehen haben. Aber ganz besonders liegt mir unsere vielfältige und wunderschöne Heimat am Herzen, die sich für kulturelle und geschichtsträchtige Kurzreisen sehr gut eignet.

Liebe Karin, vielen Dank für Deine Unterstützung und Dein Engagement bei den ADFC Radreisen!

 

 

    

Robert Rosner

  • Robert, wie lange bist Du schon als Reiseleiter bei den ADFC Radreisen aktiv?

Auf der Reise Alpe - Adria im Jahr 2013 war ich das erste Mal als Radreiseleiter beim ADFC Baden-Württemberg dabei.

  • Warum bist Du bei uns als Reiseleiter aktiv, was reizt Dich daran?

Radfahren ist meine Leidenschaft, besonders die Berge, die Anstiege und die tolle Aussichten auf dem Weg zur Passhöhe hat es mir angetan. Man erlebt immer wieder neues, auch wenn man die Tour schon einmal gefahren ist, sie ist jedes mal anders. Dann das Gruppenerlebnis! Es ist spannend zu erleben wie sich die Gruppe im laufe der Reise entwickelt, man kennt sich ja vorher nicht! Man meistert gemeinsam die Anstiege, oder kämpft sich durch den Regen. Am Ende steht da eine Einheit die gut harmoniert, auf sich Rücksicht nimmt, und so zusammen tolles erlebt hat!

  • Wie bist Du dazu gekommen als Reiseleiter beim ADFC BW mitzuwirken? 

Kathleen Lumma, die Geschäftsführerin vom ADFC Baden-Württemberg, hatte mich damals direkt kontaktiert ob ich als Guide für eine Tour zur Verfügung stehen würde. Es gab eine enorm lange Warteliste, so dass diese Tour ein zweites Mal durchgeführt wurde.

  • Was war Dein bisher schönestes Erlebnis auf einer ADFC-Reisen oder auch in der Funktion als Reiseleiter beim ADFC BW?

Jede Reise, aber vor allem auch die Treffen mit anderen Reiseleitern, die sind immer eine Bereicherung! Alle haben die gleichen Schwierigkeiten oder Erfahrungen gemacht, jeder geht anders damit um, da kann man viel mitnehmen, nicht nur für die Reisen!

Bei meiner Rennradreise fahren wir meist auf abgelegenen Wirtschaftswegen und nicht auf der Straße. So können wir es gut laufen lassen! Natürlich wird die Chiemseeeumrundung mit dem abschließenden Biergarten auf einem Berg ein Höhepunkt. Von dort haben wir einen Ausblick über den ganzen See!

  • Was sind Deine ADFC-Radreise-Pläne für die Zukunft - was möchtest Du den Reisenden unbedingt noch zeigen?

Meinen Start in das Fahrradjahr möchte ich in Istrien machen. Dann möchte ich die „Berge Pur“, die ich in der Vergangenheit schon angeboten habe, in unterschiedlichen Varianten als Etappen- oder Standort-Reise in Deutschland, Österreich und Norditalien im Sommer anbieten. Welche Pässe sind noch offen? Timmelsjoch, Großglockner, Silvretta-Hochalpenstraße, vor allem die eher unbekannten Anstiege auf schmalen Wirtschaftswegen (mit wenig Verkehr) haben ihren Reiz!

Lieber Robert, vielen Dank für Deinen tollen Einsatz und Dein Engagement bei den ADFC-Radreisen!

Sabine Häußler

  • Liebe Sabine, Du bist ganz frisch dabei. Was reizt Dich denn daran für den ADFC als Reiseleiterin aktiv zu sein?

Radreisen sind meine Leidenschaft. Sie ermöglichen eine einzigartige Kombination von sportlicher Herausforderung in einer Gruppe mit der Entdeckung von beeindruckenden Landschaften. Ich habe in der Vergangenheit bereits an vielen ADFC Radreisen teilgenommen. Dabei fand ich es besonders reizvoll, mein Interesse an der Natur sowie an der Geschichte und der Kultur anderer Länder mit meiner Begeisterung für das Radfahren zu verbinden. Hieraus entstand der Wunsch, selbst Radreisen zu leiten. So kann ich durch die Mitgestaltung bei der Planung und bei der Durchführung von Radreisen meine Neugier, Neues zu entdecken, umsetzen und auch andere für diese Art des Reisens begeistern.

  • Wie bist Du dazu gekommen als Reiseleiter beim ADFC BW mitzuwirken?

Meine erste ADFC-Radreise als Teilnehmerin war die mit Abstand am besten organisierte Radreise, die ich bis dahin erlebt hatte. Im Gegensatz zu den am Markt angebotenen geführten Radreisen entsprechen die vom ADFC BW durchgeführten Radreisen sehr gut meinen Vorstellungen und Ansprüchen an solche Reisen. Auch habe ich bereits eigene Radreisen in privatem Rahmen mit Freunden organisiert. Somit lag es für mich nahe, auch selbst als Reiseleiterin beim ADFC BW mitzuwirken. Es macht mir sehr großen Spaß, meine Ideen zur Erkundung interessanter Reiseziele umzusetzen und in Anderen die Freude an solchen Radreisen zu wecken, wie ich sie selbst empfunden habe.

  • Was sind die bisher schönsten Radreisemomente für Dich gewesen?

Da gibt es viele schöne Erlebnisse. Zum einen finde ich großen Gefallen am Reisen in der Gruppe, mit dem Gemeinschaftsgefühl, wie es bei den ADFC BW-Radreisen einzigartig ist. Man findet Freunde fürs Leben. Zudem faszinieren mich Landschaften. Besonders beeindruckt hat mich die imposante Bergkette des Gran Sasso d'Italia auf der Abruzzen-Radreise 2021.

Die Reise hält eine Vielzahl von Highlights bereit. Mir gefallen besonders das mediterrane Flair, das leuchtend türkisfarbene Meer und die malerischen alten Küstenstädte wie Novigrad, Poreč und Rovinj.Auch das tief eingeschnittene, grüne Tal des Limski-Fjords sowie das römische Amphitheater in Pula sind sehr beeindruckend.
Das auf einer Bergkette thronende mittelalterliche Städtchen Motovun bietet einen atemberaubenden Blick über die Hügellandschaft, das Mirna-Tal und das Meer. Das Künstler-und Musikerstädtchen Grožnjan lohnt ebenfalls einen Besuch.

  • Was sind Deine ADFC-Radreise-Pläne für die Zukunft?

Ich liebe Lavendel und somit die Provence. Da gibt es noch viel zu entdecken wie z.B. die Verdonschlucht.
Auch die Küste von Dalmatien ist wunderschön, und ich könnte mir auch gut vorstellen, Katalonien noch einmal mit dem Rad zu bereisen. 

Cilli Ißler

  • Cilli, die Radreisen werden dieses Jahr 25 Jahre. Seit wann bist Du beim ADFC-Baden-Württemberg als Reiseleiter aktiv und was hat sich für Dich in den 25 Jahren am meisten verändert ?

Ich bin seit 2015 als Tourguide dabei. Meine erste Reise führte mich zu dem Reiseziel bei dem auch alles für die ADFC Radreisen begann: Cesenatico! Bei Waltraud Häfner, die ebensfalls seit vielen Jahren Radreisen für den ADFC Baden-Württemberg leitet, konnte ich erste Efahrungen sammeln. Die Organisation ist durch den ADFC so gut, dass vor Ort alles wie von alleine läuft. Am meisten verändert hat sich für mich das Fahrverhalten. Es gibt immer mehr Pedelecs, älter werdende Teilnehmer und darauf muss ein Tourguide eingehen können.

  • Was reizt Dich daran beim ADFC Baden-Württemberg als Reiseleiterin aktiv zu sein?

Ich kann gut mit Menschen umgehen - auch in schwierigen Situationen. Das Schönste ist das Wiedersehen mit alten Bekannten von anderen Reisen.

Bevor es auf das Rad geht muss es erst einmal geprüft werden: Reifen auf Luftdruck, Risse und poröse Stellen, die Kette auf Schmierung, die Bremsen auf Wirksamkeit und die Bremszüge auf Spannung.

Evtl. ist das Fahrrad noch von der letzten Fahrt verdreckt? Dann mit lauwarmem Wasser und Spüli einmal schön einseifen und hinterher mit klarem Wasser abspülen. Die Kette lässt sich übrigens auch mit dem Öl putzen, das du zur Schmierung verwendest. Dafür etwas Öl auf einen Lappen oder ein ausrangiertes T-Shirt geben und die Kette „durchlaufen“ lassen. Solange wiederholen, bis mehr Dreck im Stoff als auf der Kette ist.

Hast du alles kontrolliert, eingestellt und geputzt, mache eine kurze Probefahrt. So kannst du checken, ob alles rund läuft.

Auch wenn die Sonne scheint, auf dem Fahrrad ist es durch den Fahrtwind immer etwas kühler. Lieber die „Zwiebelmethode“ anwenden: Warm einpacken, also am Oberkörper mehrere Schichten übereinander, derer du dich dann im Laufe der Tour entledigen kannst. Um Arme und Beine flexibel „freilegen“ zu können, sind innen leicht aufgeraute Arm- und Beinlinge zu empfehlen. Um den Oberkörper vor dem Auskühlen zu schützen, am besten eine spezielle Windjacke oder -weste tragen.

Nutze die ersten 10 bis 15 Minuten, um mit einem leicht zu tretendenden Gang auf Touren zu kommen. Kleiner Tipp: Wenn du auch die gesamte Tour mit kleinerer Übersetzung fährst, werden deine Muskeln nicht so schnell müde. Außerdem verbessert dies deine Tritttechnik und Motorik. So fährst du ökonomischer und verbrauchst weniger Energie.

Für den Anfang genügen 1 – 2 Stunden, damit dein Organismus sich an die Belastung gewöhnt. Wenn du eine Tour durch hügeliges Terrain oder die Berge planst, fahre nach einer lockeren Einrollphase zuerst die Höhepunkte an und komme abschüssig oder flach zurück.

Fährst du mit einer Gruppe mit, frage vor der Abfahrt, wo es überhaupt hingeht und erkundige dich nach Abkürzungen und „Umsteigemöglichkeiten“ (bspw. Bahn). So musst du im Zweifel nicht auf dem Zahnfleisch nach Hause schleichen.

 

  • Was sind Deine ADFC-Radreise-Pläne für die Zukunft - was möchtest Du den Reisenden unbedingt noch zeigen?

Geplant habe ich den 5 Flüsse Radweg und den Lahnradweg. Beide Touren gibt es zwar als Bike-Line, aber vom ADFC vororganisiert ist es für viele Teilnehmer angenehmer und in der Gruppe geselliger und netter zu fahren.

Liebe Cilli, vielen Dank für Deine Ausführungen und für Dein Engagement bei den ADFC Radreisen!

Roland Stich

  • Roland, die Radreisen werden dieses Jahr 25 Jahre. Seit wann bist Du beim ADFC-Baden-Württemberg als Reiseleiter aktiv und was hat sich für Dich in den 25 Jahren am meisten verändert ?

Ich selbst bin seit 3 Jahren als Radreiseleiter aktiv (2019 - Im Hinterland der Cote d'Azur mit Sabine Adam). Meine erste Radreise mit dem ADFC machte ich vor 5 Jahren zusammen mit Karl und Klaus auf der Via Claudia Augusta, die zweite Radreise dann vor vier Jahren von Genf an die Cote d'Azur. Auch wenn das Angebot fertiger Touren im Internet für populäre Radreise-Routen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, so ist doch das gemeinsame Fahren in der Gruppe ein ganz besonderes Erlebnis. Viele Teilnehmende sind dankbar dafür, sich selbst nicht um die Planung und Organisation kümmern zu müssen und mit der Gewissheit in die Radreise zu starten, dass auch kleinere Probleme oder Pannen von den Radreiseleiter*innen progessionell gemeistert werden.

  • Was reizt Dich daran beim ADFC Baden-Württemberg als Reiseleiter aktiv zu sein und wie bist Du dazu gekommen Reiseleiter zu werden?

Ich bin gerne mit dem Rad unterwegs, auch im Urlaub und auf längeren Strecken. Das Gruppenerlebnis steht für mich dabei im Vordergrund. Mir ist es wichtig, den Verlauf der Reise so zu gestalten, dass möglichst jede(r) Teilnehmende die Tour genießen kann. Ich selbst bin vor vier Jahren von Sabine gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, im darauffolgenden Jahr gemeinsam mit ihr die Radreise im Hinterland der Cote d'Azur zu leiten. Erfahrung mit Tagestouren hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren beim ADFC und auf Mallorca bei Rennrad-Touren eines anderen Veranstalters gesammelt. Da mir das Fahren mit Gruppen Freude bereitet, wagte ich es auch einmal mit einer mehrtägigen Reise. Der überaus positive Verlauf, die passende Chemie zwischen Sabine und mir und das Feedback der Teilnehmenden bestärkte mich darin, auch weiterhin Touren anzubieten. 

Generell sollte jede(r) Teilnehmende vor einer Radreise das Rad entsprechend überprüfen - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber die Erfahrung zeigt, dass dies nicht immer der Fall ist. Bereifung und Bremsen sollten in gutem bis sehr gutem Zustand sein (kein abgefahrenes Profil, keine Risse in den Flanken des Mantels, keine abgefahrenen Bremsbeläge). Darüber hinaaus sollte das Rad alle weiteren Anforderungen an die Verkehrssicherheit erfüllen (Beleuchtung, Reflektoren, Klingel, etc.). Beim Packen zeigt die Erfahrung, dass weniger oft mehr ist. Je weniger Ballast ich mit dem Rad transportiere, desto einfacher fällt es mir im hügeligen oder bergigen Gelände zu fahren.

Ich sollte niemals ohne entsprechendes Training zu einer Radreise aufbrechen. Was heißt das? Ich sollte mindestens das ein- bis zweifache der Gesantstrecke in der laufenden Saison geradelt sein Dabei sollten mehrere Tagesetappen entsprechend der Maximaletappe auf der Radreise dabei sein. Enthält die Radreise bergiges oder sehr hügeliges Gelände, sollten auch entsprechend Höhenmeter trainiert werden, d.h. vergleichbare Anstiege (Länge und Höhenmeter) sollten mehrmals trainiert werden. Findet die Radreise mit Gepäck am Rad statt, sollte ich auch das Fahren mit Gepäck üben, da das Fahrrad voll bepackt anders reagiert, als im Normalzustand.

Darüber hinaus sollte ich die Reiseunterlagen genau studieren, da sich die Radreiseleiter*innen sehr viel Mühe gegeben haben, auf Besonderheiten ihrer Reise hinzuweisen. Im Zweifel sollten sich die Teilnehmenden nicht scheuen, bie Fragen oder Unsicherheiten die Reiseleitung rechtzeitig zu kontaktieren.

Die Strecke weicht auch dieses Jahr am Chiemsee wieder von der offiziellen Wegführung ab, indem wir den Chiemsee von der Südwestecke bis zur Südostecke im Uhrzeigersinn umrunden, mehrmals direkt am See fahren und hoffentlich auch die Möglichkeit für einen kurzen Badestopp haben werden. Der letzte Tag am Königssee bietet die Möglichkeit, auf eigene Faust Berchtesgaden, das Salzbergwerk oder den Königssee zu erkunden, oder aber an der optional angebotenen Bootsfahrt nach St. Bartholomä teilzunehmen. Dieses Jahr werden wir auf der Rückreise einen zusätzlichen Haltepunkt in Lindau einlegen, um die An- und Abreise komfortabler zu gestalten. Dies war auch ein klarer Wunsch der Teilnehmenden aus dem letzten Jahr.

  • Was sind Deine ADFC-Radreise-Pläne für die Zukunft - was möchtest Du den Reisenden unbedingt noch zeigen?

Neben Touren hier in Deutschland (evtl. auch für andere Anbieter als ADFC TourGuide) könnte ich mir auch weitere Touren gemeinsam mit Sabine Adam in Frankreich vorstellen, konkrete Pläne dazu gibt es bisher allerdings noch nicht. Dieses Jahr werde ich zum ersten Mal in Cesenatico als TourGuide zum Eisantz kommen. Ich könnte mir vorstellen, dass ich dies auch in der Zukunft weiter machen könnte.

Lieber Roland, vielen Dank für Deine Unterstützung und Dein Engagement bei den ADFC Radreisen!

 

Sebastian Fuchsberger

  • Sebastian, wie bist Du dazu gekommen beim ADFC Tourguide zu sein und was war Deine erste Reise mit uns?

2015 suchte der ADFC Baden-Württemberg über den Landesverband Bayern Interessenten für eine Tourguide-Tätigkeit. Ich präsentierte zwei Ideen für eine Radreise und eine davon konnte ich dann umsetzen: eine Kulturreise von Dresden nach Prag (‚Go East‘). Die Reise enthält eine Vielzahl von Anregungen: Besuch und Führungen durch diverse Kulturdenkmäler in den beiden Weltkulturerbestädten Dresden und Prag, diverse naturkundliche Sensationen (Nationalpark Sächsische Schweiz, halbtägige Wanderung zum Prebisch-Tor auf der tschechischen Seite, einem in Europa einmaligen natürlichen Sandsteinbogen), daneben aber auch der Besuch von wichtigen zeitgeschichtlichen Stätten (z.B. ehemaliges Konzentrationslager Theresienstadt, Wenzelsplatz in Prag). In der Summe enthält die Tour ein breites Spektrum verschiedenster Eindrücke. Das Feedback durch die Teilnehmer hat mich sehr motiviert bei ADFC Radreisen weiter zu machen.

  • Wie bist Du dazu gekommen als Reiseleiter beim ADFC BW mitzuwirken?

Ich bin sehr an Themen wie Umwelt, Natur, Landschaft, Geographie, Botanik, etc. interessiert. Schon über 20 Jahre liebe ich es Naturzusammenhänge auch anderen Interessenten nahezubringen. Früher habe ich daher des öfteren Exkursionen mit naturkundlicher Ausrichtung meist im Rahmen von Veranstaltungen der Volkshochschule durchgeführt. Weil die besuchten Standorte und Biotope aber manchmal weit auseinander lagen, führte ich die Exkursionen mehr und mehr per Rad durch. Seit meinem ersten Tourenleiterkurs 2008 (eine Vorläuferqualifikation des heutigen Tourguide) führe ich meine Touren hauptsächlich im Rahmen des Tourenprogramms des KV Starnberg durch. Das Format der ADFC-Radreisen erlaubt es weitgehend, eigene inhaltliche Vorstellungen auf der Tour umzusetzen und auch meine persönlichen Schwerpunkte in den Ablauf der Touren einzubringen. Naturkundliche Aspekte spielen daher bei meinen Touren eine wichtige Rolle.

  • Was war Dein bisher schönster ADFC-Radreisemoment?

Ich erinnere mich noch an ein Erlebnis auf meiner ersten Radreise als Tourguide von Dresden nach Prag: Wir kamen in den Vororten von Prag durch einen großen, immer weiter nach oben ansteigenden Park. Oben angekommen öffnete sich wie ein Vorhang die Parklandschaft zu einem fantastischen Blick von oben auf die Stadtlandschaft von Prag: uns zu Füßen die einmalige, im Krieg unzerstört gebliebene Altstadt, die Karlsbrücke, der Blicküber den gesamten Moldau-Verlauf mit den zahlreichen Brücken. Ein echter Höhepunkt zum Abschluss der Radreise.

Die Reise ist eine Kulturreise. Das Bier ist nur der rote Faden, der die verschiedenen Etappen dieser Reise verbindet. Es ist eine Reise mit Start in München, wo man immer noch glaubt der Nabel der Bierkultur zu sein, bis nach Bamberg, einer Stadt mit fast 2000 Einzeldenkmälern, dem tatsächlichen Zentrum der Bierkultur. Dazwischen liegen wunderschöne und sehenswerte Etappenorte, wie Freising, Kloster Weltenburg, Regensburg, Amberg und Pottenstein, tolle Radwege entlang von Flüssen (Amper, Abens, Donau, Naab, Wiesent), einige Abschnitte auf ehemaligen Bahntrassen, geschichtliche und kunsthistorische Höhepunkte (Bamberg, Regensburg), naturkundliche Sensationen (Donaudurchbruch und die Karstlandschaft der Fränkischen Schweiz, wo wir einen naturkundlichen Tag über und unter der Erde verbringen) und natürlich gehören die verschiedenen Biergärten dazu, wo wir jeweils unser Abendessen einnehmen.

  • Wie könnte man sich am besten auf Deine Reise vorbereiten?

Reisen per Rad bedeutet mehr als nur Radfahren, das wäre mir zu wenig. Für mich ist eine gelungene Tour ein Gesamtpaket aus Radfahren, Entdeckungen und Erfahrungen in Umwelt und Natur, einem qualifizierten Guide, Eindrücken aus lokaler Kultur, Architektur und nicht zuletzt aus dem Genuss von Speisen und Getränken möglichst lokalen Ursprungs. Das Unterwegssein ist wichtig, der Weg ist das Ziel. Wenn dann der Zielpunkt erreicht ist und es wird einem wehmütig, dann war es richtig.

In der Süddeutschen Zeitung fand ich schöne Beschreibung für den Begriff ‚Reisen‘: „ … Es kommt auf das Unterwegssein an, ob in Deutschland oder in Vietnam. Die Kunst des Reisens besteht darin, sich zum Fremden zu machen und befremden zu lassen, offen zu werden für Mitreisende und Einheimische, für Standorte und Standpunkte. Und sie besteht darin, gelassen zu werden, sich ins Offene zu wagen und zu wissen: Irgendwas wird schon schiefgehen. Alles gepackt?“

Für Alle, die sich einlassen wollen auf das Reisen in diesem Sinn, habe ich 2 Literaturempfehlungen: Dan Kieran: Slow Travel. Die Kunst des Reisens und Christo Förster: Mikroabenteuer

Vielen Dank für Dein Mitwirken, Sebastian!

 

Hans Schöppenthau

  • Seit wann bist du als Reiseleiter beim ADFC-Baden-Württemberg aktiv?

Alles begann 2003 nach einem Gespräch mit dem damaligen Geschäftsführer, Erich Kimmich, auf der CMT in Stuttgart. Dort war ich am Stand der VHS-Tübingen mit deren Rad- und Wanderreisen. Erich hat mich einfach gefragt, ob ich nicht auch mal für den ADFC eine Reise planen würde. Das habe ich dann gemacht.

  • Was war Deine erste ADFC Radreise?

Meine erste Reise war „Auf dem Jakobsweg von Stuttgart nach Santiago de Compostela“ 2004. In fünf Etappen auf fünf Jahre verteilt haben wir uns auf den Weg gemacht. Diese Reise war so erfolgreich, dass wir sie 5 mal wiederholen mussten und in manchen Jahren mit zwei Gruppen parallel gefahren sind.

  • Was hat sich für Dich in den 25 Jahren am meisten verändert?

Radreisen waren zu Beginn noch was sehr Exotisches, das sind sie heute nicht mehr.

Bei den ersten Reisen waren wir als Tourenleiter vor allem mit den Schwächen des Materials beschäftigt. Plattfüße, Speichen- und Rahmenbrüche, Räder, die nicht mehr zu ihren Benutzern passen, Kartons als Gepäcktaschen spielen heute kaum mehr eine Rolle. Unsere Radfreunde/innen kommen heute bestens ausgerüstet.

Radfahrer galten früher als arme Schlucker. Entsprechend skeptisch wurden wir oft von Hotels oder  Gastronomie beäugt. Heute sind Radler überall willkommen.

Radwege gabs schon vereinzelt, heute führen unzählige Fernradwege durch Deutschland und ganz Europa.

Die „neuen“ Kommunikationswege erleichtern den Kontakt mit allen Beteiligten. Vor einem ausgebuchten Hotel bin ich mit meinen Radgruppen schon lange nicht mehr gestanden.

Das alles erhöht den Komfort, die Freude und die Entspannung auf einer geführten Radreise.

Wir sind richtig professionell geworden!

  • Was reizt dich daran, beim ADFC-BW als Reiseleiter aktiv zu sein ...?

Als erstes gefällt mir: ich darf eigene Radreiseideen entwickeln, vorschlagen und durchführen. Daher stehe ich hinter allen meinen Reisen voll und ganz. Und das merken alle, die mitradeln.

Auf meinen Reisen begegne ich Menschen, die ich sonst nie getroffen hätte. Das ist super interessant, erweitert meinen Horizont. Daraus sind auch wunderbare Freundschaften entstanden.

Viele Reiseteilnehmer begleiten mich seit vielen Jahren, egal wohin es geht. So ein Vertrauen ist großartig. Und was gibt es Schöneres zu sehen, dass man seinen Mitradlern das berühmte „Lächeln ins Gesicht gezaubert“ hat ? Das entlohnt für jede Mühe.

  • Wie kann man sich am besten auf Deine Reise vorbereiten?

Das Rad sollte gecheckt sein und funktionieren. Die Ausrüstung wie Radtaschen, Kleidung, Ersatzteile überprüft sein. Dazu gibt es beim ADFC eine Checkliste.

Alle sollten schon vor der Reise mehrfach entsprechend lange Strecken geradelt sein. Nicht nur wegen der Kondition, sondern auch wegen des Sitzvermögens.

Inhaltlich kann man sich auf eine Radreise mit entsprechender Reiselektüre vorbereiten : Reiseführer, Radreiseführer, Karten, digitale Navigation, Romane zum entsprechenden Reiseziel.

Dazu geben wir als Reiseleiter im Vorfeld schon Tipps. Wer mehr weiß, sieht und erfährt mehr.

Mein Fazit : Solange ich fit bleibe, werde ich Radler/innen mit Vergnügen auf Reisen durch Europa begleiten. Auf die nächsten 25 Jahre Radreisen des ADFC-Baden-Württemberg

Herzlichen Dank für all' die vielen Jahre voller Engagement, lieber Hans!


© ADFC BW 2022